1. Januar 2015

Vorreiterrolle?

Helau & Alaaf

Trallala und hopsasa. Schneller als gedacht ist sie da, die jecke Zeit. In den Karnevals Hochburgen frischen sich die Köbesse durch den Verkauf vieler Biere  finanziell auf. Die feiernden Mitmenschen besingen lauthals Ihr Reisedefizit nach New York oder Paris, es wird dem Motto gefrönt: „Wir müssen aufhören weniger zu trinken“. Zugegebenermaßen habe auch ich, als Düsseldorfer, ebenso lauthals nach Nachschub gerufen und mich dem Jecken treiben hingegeben.

Das Recruiting Dilemma

Mein Programm, neben Karneval, ist ein wirklich lesenswertes Buch: „Das Recruiting Dilemma“ von Sven Gábor Jánsky. Der anerkannte Zukunftsforscher betreibt das Trendforschungsinstitut 2b AHEAD ThinkTank. Wirklich lesenswert. Der Autor umschreibt die Arbeitswelt in Deutschland im Jahr 2025. Dabei geht der Autor davon aus, dass es in Deutschland zwischen 2 und 5,2 Mio. Arbeitnehmer zu wenig gibt und sich Arbeitgeber auf völlig neue Herausforderungen einstellen müssen. In seinem Buch geht um die unterschiedliche Vorgehensweise zweier Unternehmen. Das eine ist ein Fluide-Arbeitgeber, der seine Prozesse an die Qualität seiner aktuelle vorhandenen Arbeitgeber anpasst. Das andere Unternehmen ist eine Caring-Company, die sich extrem um den Wohlfühlfaktor Ihrer Arbeitnehmer bemüht und auf einen möglichst langen Verbleib seiner Arbeitnehmer setzt. Beide Unternehmen haben eine unterschiedliche Ausrichtung.

Fluide-Unternehmen

Das Fluide-Unternehmen setzt auf Zielerreichung und Innovation. Hierbei ist permanentes frisches Blut von aussen gefordert, um den Innovationsgrad so hoch wie möglich zu halten. Dies hat zur Folge, dass Arbeitnehmer nur bis zur Zielerreichung Ihres „Projektes“ bleiben und sich danach, mit Hilfe des Arbeitgebers, eine neue Herausforderung suchen. Dabei wird es Interessengemeinschaften geben, die sich diese Supertalente hin und her vermitteln und damit die Chance erhalten, mehrfach von der Excellence des Arbeitnehmers zu profitieren.

Caring-Company

Die Caring-Company lebt von der Konstanz und von dem Wissensverbleib im Unternehmen. Meist sind diese Art von Arbeitgeber eher kleine, bis mittelständige Unternehmen, die nicht so innovativ und zielorientiert ausgerichtet sind. Hier werden Kindergartenbetreuung, Häusermieten, Beiträge für Sportvereine oder Weiterbildung gezahlt, um durch einen hohen Wohlfühlfaktor die Hürde für einen Arbeitgeberwechsel so hoch wie möglich zu halten.

Für uns nichts Neues

Spätestens jetzt werden sich viele Unternehmer und Personalverantwortliche aus der Gastronomie und Hotellerie in dieser Strategie wiederfinden. Es nichts Neues, dass der Arbeitgeber den Kindergartenplatz, die Mitgliedschaft im Gym oder die Ausbildung zum Commis-Sommelier zahlt. Es bekommen Auszubildende einen Smart für Ihre Lehrzeit gestellt, oder das Restaurant übernimmt die Kosten für ein romantisches Menü an Mama´s Geburtstag.

Vorreiterrolle

Und das alles in der Branche, die in den Medien unter Generalverdacht als Ausbeuter und Steuerhinterzieher gestellt wird. Im Vergleich zu anderen Branchen in Deutschland, muss sich die Gastronomie bereites heute mächtig strecken um das nötige, qualifizierte Personal zu bekommen. Not macht erfinderisch, vielleicht ist deshalb unsere Branche ein Vorreiter für Personalbindungs- und Entwicklungsprogramme. Gemäß dem Motto „if you make it there, you can make it anywhere.“.  Ich mir sicher, dass in Zukunft Hoteliers und Gastronomen auf HR-Kongressen den großen Dax Unternehmen mitteilen, wie gutes Personalmanagement funktioniert. Beispiele kennen wir genug.

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